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Jun 25, 2018

Top Mediziner 2018

Prof. Dr. med. Frederik Wenz

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Oberflächen-Hyperthermie

Die Methode:

Bei der Behandlung mit Oberflächenhyperthermie wird das Tumorareal circa eine Stunde lang mittels elektromagnetischer Wellen auf 42,5°C erwärmt. Durch die lokale Erwärmung von Tumorgewebe soll die Durchblutung des Tumors verbessert und die Empfindlichkeit gegenüber Strahlentherapie und/oder Chemotherapie erhöht werden. Die lokale Überwärmung ist für das umliegende, gesunde Gewebe tolerierbar, denn durch die körpereigene Regulation der Durchblutung ist das gesunde Gewebe - im Gegensatz zum Tumorgewebe - besser in der Lage, die überschüssige Wärme abzutransportieren.

 

Die Behandlung:

Auf die zuvor festgelegte Therapieregion werden mindestens vier Messsonden aufgelegt und anschließend wird darüber ein Applikator positioniert. Dieser Applikator besteht aus einem mit Wasser gefüllten Kunststoff (Bolus) und einem Träger, in welchen  Mikrowellenantennen (Anzahl: 1 oder 8) eingebracht sind. Das Wasser wird  primär schon auf ca. 40-42 °C erwärmt und läuft über ein Schlauchsystem in den Bolus ein. Die Messsonden ermöglichen die Kontrolle der Erwärmung, und durch die Steuerung der Antennenleistung (über Regulierung der Watt-Zahl) kann die Wärmeverteilung exakt und optimal gesteuert werden. Die eigentliche Hyperthermiezeit beträgt 60 min (1-2x pro Woche), die Vorbereitung (Aufbringen der Sonden und des Applikators und die „Aufwärmphase“ des Bolus) circa 30 min. Die Strahlentherapie sollte dann zeitnah (ca. 60 min) nach Hyperthermie erfolgen.

 

Abbildung 1: Beispielhafte Anwendung

Die Anwendungsgebiete:

Anwendung findet die Hyperthermie zunächst bei Wiederauftreten eines Tumors der Brustwand (sog. Brustwandrezidiven) bei Brustkrebs, bei Tumoren im Hals-Nasen-Ohren-Bereich mit Absiedelung in die Hals-Lymphknoten, sowie Lymphknotenmetastasen von Hauttumoren, bei oberflächlich gelegenen Weichteilsarkomen und häufig auch bei kindlichen Tumoren, die aufgrund des geringen Körperdurchmessers von der Oberfläche her gut zu erreichen sind. In diesem Einsatzgebiet ist die Hyperthermie bereits etabliert.

 

Abbildung 2: Das Behandlungsgerät

Weitere Informationen:

Interdisziplinäre Arbeitsgruppe Hyperthermie (IAH):

 

Deutsche Krebsgesellschaft

 

Krebsinformationsdienst (KID) des Deutschen Krebsforschungsinstituts

 

 

Verantwortlich: E-Mail
zuletzt geändert am: 21.04.15
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